VU Anatomie und Diversität der Tiere
Aus BioSalzburg
Inhaltsverzeichnis |
Fragenkatalog Teil Stoiber
Acrania
- Zu welchem Tierstamm gehören die Acrania?
- Chordaten
- Auf welchem marinen Bodentyp findet man die Acrania und wie ernähren sie sich?
- Sandküsten, (Grobe Sande „Amphioxus-Sande“), mikrophage Filtrierer
- Welchen wichtigen Lebensfunktionen dient der Kiemendarm der Acrania?
- Dient der Nahrungsaufnahme (Filtrierappart) als auch dem Gasaustausch (Kiemenbogengefäße)
- Worum handelt es sich beim Peribranchialraum der Acrania, was umgibt er und was mündet in ihn?
- Eingeschlossene Außenwelt; in ihn mündet das Wasser der Kiemenbögen, Filtrat der Cyrtopodocyten und die Gonadenausgänge.
- Woraus besteht die Chorda der Acrania und was unterstützt ihr spezieller Bau?
- Geldrollenartig hintereinander gereihte Scheibchen (keine turgeszenten Zellen) umgeben von einer festen zellfreien faserigen Chordascheide (diese unterstützt den Bau, da reich an Kollagenfasern ähnlichen dem Bindegewebe)
- Wo liegt das Exkretionssystem der Acrania und wie funktioniert es?
- Nephridialorgane (Druckfiltration) an der Basis der Hauptbögen des Kiemendarms; Spezielle Cyrtophodcyten liegen im Dach des Peribrachialraums. Ein Cyrtopodocyten berbrückt den freien Coelomraum des Subchordalcoeloms und endet in einem Nierenkanälchen, welches nahe der Kiemenbogenbasis in den Peribranchialraum mündet
- Beschreiben Sie kurz das Blutgefäßsystems der Acrania.
- Geschlossen, Lakunär (ohne Endothelauskleidung in Räumen der primären Leibeshöhle), Herz und Perikad fehlen, gewisse Bereiche sind jedoch von Muskeln umgeben und können pulsieren. Entspricht in seinem Bau dem Wirbeltier-Grundmuster mit einem Sinus venosus als Eingangspforte aller aus dem Körper rückführenden venösen „Gefäßen“.
- Venöser Weg: Kardinalvenen -> Ductus cuvieri -> Sinus Venosus + Caudalvene → Subintestinalvene → Vena porta → Vena hepatica: → Sinus venosus
- Artierieller Weg: Endostylar-Arterie (= Ventralaorta) → afferente/efferente Kiemenbogengefäße (Gasaustausch!) → paarige dorsale Aortenwurzeln vereinigen sich zur) → unpaaren Dorsalaorta (führt die bis in den Schwanz).
- Auf welche Weise ist die Rumpfmuskulatur mit dem zentralen Nervenssystem verbunden?
- Fortsätze der Muskelplatten stehen in direktem Kontakt (Muskelzellfortsätze, keine Motoraxone!) mit dem Neuralrohr, greifen somit die Erregung direkt von den Nervenzellen ab.
- Beschreiben Sie, auf welche Weise der Kiemendarm der Acrania der Ernährung dient.
- Eine ventromediane Rinne mit Cilien und Drüsenzellen (Endostyl, Hypobranchialrinne) produziert ein Schleimnetz und verteilt dieses via Zilienschlag über die Kiemenbögen. Mit dem Schleimnetz werden eingestrudelte Nahrungspartikel abgefangen und über die Epibranchialrinne in den Oesophagus transportiert.
- Was sind Cyrtopodocyten und welche Funktion(en) haben sie?.
- Dies sind Reußengeißelzellen (Teil des Exkretionssystems) und dienen der Druckfiltration, Eigentlich eine Kombination aus Podocyt (Füßchenzelle) und protonephredialen Reusenteil. Cyrtopodocyten sind modifizierte Coelothelzellen
- Sind die Acrania Bilateria?
- Ja
- Welches für Bilateria ungewöhnliche Merkmal kennzeichnet den Bau der adulten Acrania und ihre Larvalentwicklung (z.B. deren Rumpfmuskulatur)?
- Deutlich links/rechts unsymtrische Rumpfmuskulator; Auch die Larvalentwicklung verläuft deutlich unsymetrisch
Organanlage
- Zu welchem Stamm innerhalb des Systems der Tiere werden die Wirbeltiere gezählt?
- Chordaten
- An welcher Position entsteht bei einem Wirbeltier das Herz?
- ventromedian im Anschluß an den Kiemendarm
- Welchem Eityp entspricht das Hühnerei?
- Markolecithale Eier (da meroblastische bzw. discoidale Furchung)
- Was passiert bei einer holoblastischen Furchung mit dem Dottermaterial der Eizelle?
- Zygote wird vollkommen durchgefurcht (Meridian und äquatorial)
- Welchen Vorgang bezeichnet man mit dem Begriff „Epibolie"?
- Umwachsung des Dottermaterials durch embryonales Gewebe
- Wie und woraus entstehen Somiten?
- Das kompakte mesodermale Zellmaterial beiderseits der Chorda wird portioniert: Es entsteht auf jeder Körperseite eine vorne nach hinten (= in anterio-posteriorer Richtung) wachsende Serie von Somiten (Ursegmente)
- Was ist die Neuralleiste?
- Die Neuralleiste wird von Zellmaterial gebildet, das beiderseits der Verschlußnaht des Neuralrohrs liegt. Sie ist ein Bildungszentrum von außerordentlicher Bedeutung und bildet u.a. Spinalganglien, Neurone des peripheren Nervensystems (sympathisch, parasympathisch), ∗ periphere Glia (inkl. der Schwannschen Zellen), Skelett- und Bindegewebsanteile des Kopfes
- Nennen Sie die drei Abschnitte der Nierenbildung im Amnioten-Embryo.
- 1. kurzlebiger Pronephros (äußere Glomeruli und offene Nephrostome), 2. Mesonephros (erstes funktionelles Nierenorgan. besitzt innere Glomeruli mit Bowmanschen Kapseln und die Nierenkanälchen münden in den Wolffschen Gang) 3. Metanephros (Adultniere)
- Welches Organ nutzt der Vogelembryo für Wasseraufnahme und Gasaustausch?
- Allantois (embryonale Harnblase)
Fischsektion
- Welche wichtigen Merkmale des Wirbeltierbauplans haben Sie bei der Fischsektion erkannt?
- Bilaterale Symmetrie;Ausbildung einer Kopfregion (Cephalisation);Gliederung in Regionen: Kopf, Rumpf, Schwanz;Ausbildung eines Bewegungsapparates aus Skelett und Muskulatur;2 paarige Extremitäten an Gürtelapparaten
- Woraus bestehen die Schuppen der Knochenfische und wo werden sie gebildet?
- Eine Elasmoidschuppe besteht aus zellfreiem Knochen und wird in Bindegewebstaschen der Lederhaut (Corium) gebildet.
- Wie ist das Herz eines Knochenfisches gebaut?
- Das Fischherz besteht aus vier ungeteilten Abschnitten: Sinus venosus, Atrium, Ventrikel, Bulbus arteriosus
- Wie ist der Kiemenapparat eines Knochenfisches gebaut?
- 4 respiratorische Bögen (Kiemenbögen) sind mit je 2 Primärfilamenten besetzt. Diese wiederum ist mit Sekundärfilamenten besetzt, die dem Gasaustausch dienen. Das Atemwasser wird im Gegenstromprinzip (Blut fließt entgegengesetzt) über die Sekundärfilamenten geleitet. Zwei muskelbetrieben Pumpen sorgen für einen kontinuierlichen Strom
- Ist das vom Fischherz in die Ventralaorta gepumpte Blut sauerstoffreich oder sauerstoffarm?
- Knochenfische haben einen einfachen Kreislauf, das Herz pumpt nur sauerstoffarmes Blut.
- Welcher Abschnitt des Knochenfischgehirns ist am größten?
- Mesencephalon (Mittelhirn)
- In welchem grundsätzlichen Merkmal unterscheidet sich das Riechorgan der Fische von jenem eines Säugetiers?
- Bei den Fischen existiert keine Verbindung zum Gaumendach, Nasen- und Mundhöhle sind voneinander getrennt
Skelett, Knochen, Ossifikation
- Nennen Sie die beiden Wege, auf denen die Knochenelemente des Wirbeltierskeletts gebildet werden können.
- Aus Knorpelgewebe (chondrale Ossifikation) und Deckknochen aus subepidermalen Bindegewebe (desmale Ossifikation)
- Nennen Sie Anteile des Wirbeltierskeletts, die zunächst in Form von Knorpelgewebe angelegt werden.
- Achse + Rippen, Teile des Schädelskeletts, Spangen des Kiemendarms, Teile des Schultergürtels, Beckengürtel (Ilium, Ischium, Pubis), Extremitätenskelett
- Wie unterscheidet sich die Extremitätenstellung ursrünglicher Tetrapoda von jener bei fortschrittlichen Formen?
- Extremitäten von der Seite abstehend, Zeugopodium im Ellbogen- bzw. Kniegelenk rechtwinkelig zum Stylopodium; Bei modernen Formen Extremitäten unter den Körper verlagert
- Welche Wirbeltiergruppen besitzen ein primäres Kiefergelenk?
- Alle Wirbeltiere mit Ausnahme der Säugetiere
- Nach welchen Merkmalen kann man Wirbeltiergebisse einteilen?
- der Verbindung der Zähne zum zahntragenden Knochen; der Form der Zähne; der Anzahl ausgebildeter Zahngenrationen
- Welche Skelettelemente bilden den Schultergürtel?
- Scapula (Schulterblatt); Clavicula (Schlüsselbein); Coracoid (Rabenbein)
- Aus welchen 3 Elementgruppen unterschiedlichen Ursprungs setzt sich der Wirbeltierschädel zusammen?
- Neurocranium (knorpelige Kapseln), Viscerocranium (knorpelige Spangen), Dermatocranium (Deckknochen)
- An welchen Skelettmerkmalen kann man einen Säugetierschädel erkennen?
- Für den Säugerschädel charakteristische sekundäre Gaumen;das sekundäre Kiefergelenk;2 zusätzliche Gehörknochen (Malleus, Incus)
- Wie entstehen Wirbel und wie wachsen sie?
- 3 Enstehungswege (können gemischt auftreten) arcocentral; chordacentral; autocentral; Längenwachstum erfolgt an den Wachstumsfugen; Enchondrale Ossifikation
- In welche Abschnitte gliedert sich die Tetrapodenextremität?
- Stylopodium, Zeugopodium und Autopodium
- Welche Information enthält eine Zahnformel?
- Anzahl der Schneidezähne, Eckzähne, vordere Backenzähne, hintere Backenzähne in der oberen bzw. unteren Gebisshälfte
- Wieviele Halswirbel hat ein Säugetier?
- 7
Sinnesorgane
- Nach welchen Kriterien werden Sinneszellen eingeteilt?
- Nach der Art des wahrgenommen Reizes (Mechanosensoren, Photosensoren, Thermosensoren, Elektrosensoren, Chemosensoren)
- Als auch nach der Art der Wahrnehmung: Exterozeptoren Nah- und Fernrezeptoren), Enterozeptoren (Reize aus dem Organismus selbst), Propriozeptoren (spezielle Enterorezeptoren)
- Wie unterscheiden sich primäre und sekundäre Sinneszellen?
- Primäre Sinneszellen leiten ihr Signal über eigene Fortsätze ab; Sekundäre Sinneszellen geben ihr Signal unmittelbar über Synapsen an ableitende Nerven weiter.
- Welchen Sinneszelltyp findet man im Seitenlinienorgan der Fische?
- Haarsinneszellen (Neuromasten)
- Wie ist das Hörorgan eines Säugetieres gebaut?
- Gliederung in Außen-, Mittel- und Innenohr. Im Mittelohr übertragen Gehörknöchelchen die Schwingungen des Trommelfells auf das Innenohr. Dort sitzen im Schneckengang die eigentlichen Rezeptoren.
- Woher stammen die Elemente der Knochenkette im Mittelohr der Säuger?
- Aus dem Primären Kiefergelenk (Artikulare, Quadratum)
- Welche Hohlraumsysteme finden sich in der Cochlea der Säuger?
- Vorhoftreppe, Schneckengang, Paukentreppe
- Aus welchen Schichten besteht die Wand des Wirbeltierauges?
- 3 Schichten. Äußere Schicht (Lederhaut und Hornhaut), Mittlere Schicht (Aderhaut), Innere Schicht (Netzhaut)
- Wo liegen die Gefäße, welche die Retina mit Blut versorgen?
- Glaskörperseitig an der inneren Grenzmembran. Der äußere Bereich der Retina wird vor allem durch Diffusion von den Gefäßen der Aderhaut versorgt.
- Werfen Sie bitte einen Blick auf Abb. 25: Wie wirken sich die Zellzahlen in den einzelnen Retinaschichten auf das abgeleitete Signal aus?
- Es existieren mehr Sehzellen als Ganglienzellen, d.h. eine Ganglienzelle ist mit mehreren Sehzellen verschaltet. Je mehr Sehzellen verschaltet sind, desto größer wird die Lichtempfindlichkeit (quasi ISO bei der Kamera), jedoch auf Kosten der Auflösung (quasi Megapixel bei der Kamera). Im Gelben Fleck, dem Ort schärfsten Sehens, sind die Sehzellen (hier nur Zapfen, stärkster Lichteinfall) annähernd 1:1 mit Ganglienzellen verschaltet.
- Wie unterscheidet sich ein evers gebautes Auge von einem invers gebauten?
- Invers: Lichtsinneszellen sind der Einfallsrichtung des Lichtes abgewandt. Photonen treffen zuerst auf die ableitenden Nerven. Evers: Lichtsinneszellen dem Licht zugewandt
- Welche Akkomodationsmechanismen findet man bei Wirbeltieraugen?
- Verschiebung und Verformung der Linse
Fragenkatalog Teil Agatha
Mollusken
- Worauf begründet sich die Einordnung der Mollusken in die Spiralia?
- Spiralfurchung während der Ontogenese
- Was ist eine Radula?
- Eine mit Chitinzähnen besetzte Reibzunge. Apomorphie der Mollusca
- Warum besitzen Bivalvia (Muscheln) keine Radula und was besitzen sie stattdessen?
- Leben als Filtrierer. Keine Kopfbildung; Besitzen aber ein Ein- und Ausstromöffnung für den Filtrierapparat
- Aus welchen Schichten besteht die Mollusken-Schale und wo wird sie gebildet?
- Bei adulten Tieren aus Periostracum (mit Conchineinlagerung gegen Schutz vor dem Wasser), Prismenschicht (Ostracum) und Perlmuttschicht (Hypostracum). Bildung am Mantelrand
- Welche Funktionen habe Receptaculum seminis, Liebespfeilsack, Fingerförmige Drüsen, Eiweißdrüse, Befruchtungstasche, Zwitterdrüse, Flagellum, Penis, Vagina, Zwittergang, Vas deferens und Eileiter bei der Helix pomatia?
- Receptaculum seminis: Aufnahme der Samenzellen
- Liebespfeilsack: Bildung der Liebespfeile
- Fingerförmige Drüsen: Bildung von Sekret, das die Vagina geschmeidig macht
- Eiweißdrüse : Bildung von kalkhaltigen Eihüllen
- Befruchtungstasche: Befruchtung
- Zwitterdrüse : Befruchtung von Samen-, Ei- und Nährzellen
- Flagellum : Bildung der Spermatohpore
- Penis : Kopulation
- Vagina : Kopulation
- Zwittergang : Verbindung von Zwitterdrüse und Befruchtungstasche
- Vas deferens : Samenleiter
- Eileiter : Verbindung zur Vagina
- Beschreiben Sie die Wanderung eines Spermiums nach der Kopulation bei Helix pomatia.
- Atrium, Vagina, Stiel des Receptaculum seminis, Receptaculum seminis (gewisse Verweildauer), Stiel des Receptaculum seminis, Oviduct, Eisamenleiter, Befruchtungstasche
- Was versteht man unter Pallialorganen und was ist deren Funktion?
- Organe die in der Mantelhöhle liegen (Mantel = Pallium). Kiemen, Osphradien, Hypbranchialdrüsen, Gential- Exkretionsöffnung und Anus. Wichtige Kontaktstellen mit der Umwelt.
- Was ist Chiastoneurie?
- Bei gewissen Gastropden kommt es während der Ontogenese zur einer Torsion der des Körpers (Eingeweidesack, Mantel) um 180 Grad. Die zuerst parallel angelegten Nervenstränge überkreuzen sich somit nach vollendeter Torsion.
- Warum besitzt Helix pomatia keine Kiemen?
- Die Weinbergschnecke (Helix pomatia) ist eine an Land lebende Lungenschnecke (Pulmonata)
- Wo findet die Verdauung der Nahrung bei Helix pomatia statt?
- Verdaungstrakt bestehend aus Pharynx, Speiseröhre, Magen, langer Darm. Drüsen (Speicheldrüse, Mitteldarmdrüse) münden in den Verdaungstrakt. Trakt mündet über den After in die Mantelhöhle.
- Das Auge hochentwickelter Cephalopoden (Kraken etc.) stellt eine Konvergenz zum Wirbeltierauge dar. Was bedeutet das?
- Sie besitzen ebenfalls Linsenaugen. Nach den Kriterien von Remane sind diese konvergent, da sie sich aus unterschiedlichen Organen entwickelt haben. Bei Cephalopoden ist das everse Auge eine Einstülpung der Haut, bei Vertebraten ist das inverse Auge eine Austülpung des Hirns
- Können Sie den Geschlechtsapparat von Helix pomatia schematisch zeichnen und beschriften?
- Welchem Körperteil entsprechen die Arme bei Cephalopoden (Kraken etc.)?
- Dem Fuß
- Womit und wie erfolgt die Exkretion bei Mollusken?
- Die Exkretion erfolgt mithilfe von Metanephridien. Zuerst erfolgt die Ultrafiltration an der Grenze von Herz und Perikard (Primärharn). Von dort entspringen die Metanephriedien und enden in der Mantelhöhle. Die Resorption erfolgt im langen Tubulus (Bildung von Sekundärharn)
- Wie nimmt Helix pomatia ihre Lage im Raum wahr?
- Mit Statocysten
Anneliden
- Ist das Blutgefäßsystem geschlossen oder offen?
- Geschlossen
- Welche Teile des Blutgefäßsystems sind kontraktil?
- Dorsalgefäß und die Lateralherzen
- Was befindet sich in den Coelom-Räumen?
- Coelom-Flüssigkeit (Primärharn)
- Welche Gewebe und Organe gehen aus dem Mesoderm (3. Keimblatt) hervor?
- Bindegewebe, Muskeln, Blutgefäße, Herz, Gonaden, Metanephridien
- Welcher Leibeshöhle entsprechen die Hohlräume der Blutgefäße?
- Primäre Leibeshöhle
- Woraus besteht der Hautmuskelschlauch und wie erfolgt die Fortbewegung des Regenwurms?
- Cuticula + Epidermis + Ring- und Längsmuskulator; Erfolgt durch Kriechen; Ringmuskulator wird kontrahiert, Längsmuskulatur wird gedehnt, der Wurms streckt sich; Verschiedene Regionen können sich nun dehnen und wieder zusammenziehen, der Wurm bewegt sich
- Was ist eine homonome Segmentierung (Metamerie)?
- Gleichartiger Bau der Ringel (mit Außnahme des ersten und letzten Segments)
- Welche Körperabschnitte sind keine Segmente?
- Erstes und letztes Segment
- Wie erfolgen Kopulation und Eiablage beim Regenwurm?
- Paarungspartner legen sich in umgekehrter Richtung aneinander (Clitellum liegt Receptaculum seminis gegenüber). Sperma fließt durch die Samenrinne in das Receptaculum seminis. Befruchtung und Ablage im Clitellum. Dies wird durch peristaltische Bewegung abgestreift, wodurch zuerst ein Ei und danach die Spermien in das Clitellum gelangen. Das Clitellum verhärtet und bildet einen Kokon.
- Was sagt die Zugehörigkeit der Anneliden zu den Protostomia über die Lage von Herz und Nervensystem aus?
- Nervensystem ventral, Gefäßsystem dorsal
- Welchen Nervensystem-Typ haben Anneliden?
- Strickleiternervensystem
- Nennen Sie die 3 Hauptgruppen innerhalb der Anneliden.
- Polychaeten, Clitellata (Oligochaeta + Hirudinae)
- Was gehört zur “Ausstattung” eines typischen Segmentes?
- Darm, Dorsal- und Ventralgefäß, Metanephridium, "Strickleiternervensystem"
- Wie erfolgt die Exkretion?
- Über Metanephridien; Nephrostom öffnet sich ins Coelom des vorderen Segments, Tubulus zur Rückgewinnung brauchbarer Substanzen, Sekundärharn wird über Nephroporus nach außen abgegeben
- Was ist die Typhlosolis?
- Längsfalte im Mitteldarm, zur Vergrößerung der resorbierenden Oberfläche
- Was ist das Chloragog-Gewebe?
- Dient, ähnlich der Wirbeltier-Leber, dem komplexen Stoffwechsel außerhalb des Zellstoffwechsels; Grünliche Zellen; Flottiert in der Coleomflüssigkeit
- Welche Darmteile sind ektodermalen und welche endodermalen Ursprungs?
- Mitteldarm aus Entoderm, Rest (Mundhöhle, Pharynx, Oesophagus, Enddarm, After) aus Ektoderm
Crustacea
- Was ist ein Cephalothorax?
- Kopf-Rumpf-Stück, das aus der Verschmelzung von Segementen des Cephalons und des Thorax entsteht
- Warum ist das Zirkulationssytem offen und in welchen Tiergruppen, die Sie bisher kennengelernt haben, ist es ebenfalls offen?
- Während der Ontogense löst sich das Coelom auf und verschmilzt mit der primären Leibeshöhle. Es ensteht ein ein Mixocoel. Bei den Mollusken ist das Zirkulationssytem ebenfalls offen.
- Was sind Ostien?
- Seitliche Schlitze am Herzen, zum Einsaugen der Hämolymphe
- Welche Art von Leibeshöhle haben Crustaceen?
- Mixocoel (Fusion von primärer und sekundärer Leibeshöhle)
- Skizieren Sie ein ursprüngliches Crustaceenbein und benennen Sie die Glieder.
- Crustaceen besitzen ein Spaltbein. Grob in Protopodit (Coxa und Basis) An Basis inserieren Epipodit, Exopodit. Manchmal können auch noch Exites und Endites auftreten (am Protopoditen)
- Was ist ein Carapax?
- Kopf-Rumpfschild das je nach Untergruppe nur den Kopf bis hin zum ganzen Körper bedeckt (Schutz!)
- Wie erkennen Crustaceen ihre Lage im Raum und bei welcher Tiergruppe haben Sie ein ähnliches Prinzip schon kennengelernt?
- Mit Hilfe von Statocysten. Bei den Mollusken.
- Definieren Sie heteronome Metamerie und Tagmata.
- Die einzelnen Segmenete sind nicht gleichartig (homonom) gebaut. Verschmelzen Segmente zu einem funktionellen ~gleichen Körperabschnitt, entstehen Tagmata.
- Worin unterscheiden sich das Exoskelett der Crustaceen von dem der Insekten?
- Crustaceen besitzen Kalkeinlagerung (-> sehr hart, aber schwer) Insekten eine Cuticula aus chinongegerbten Proteinen
- Was ist das Exkretionsorgan der Crustaceen?
- Nephridien
- Welche besondere Magenform haben Crustaceen?
- Ein zweikammeriger Magen, aus Filter- und Kaumagen im Hinterteil des Vorderdarms. (bei höheren Krebsen)
- Schildern Sie die äußere Körpergliederung von einem Flußkrebs zusammen mit den Extremitäten und ihren Funktionen.
- Welcher Larven-Typ kommt bei allen Crustaceen vor und welcher charakterisiert die Decapoden?
- Nauplius-Larve bei allen Arten, Bei Decapoda (eigentlich Malacostraceen) Entwicklung über Nauplius-, Zoëa- und Megalopa-Larve
- Sind Antennen homolog zu Extremitäten?
- Extremitäten des 2. und 3. Segments
Arthropoda - Insecta
- Sind Flügel Extremitäten?
- Nein, sind cuticulare Ausstülpungen der Tergit-Epidermis
- Was sind Tagmata?
- Verschmelzen Segmente zu einem funktionellen ~gleichen Körperabschnitt, entstehen Tagmata.
- Welche Vor- und Nachteile sind mit dem Besitz eines Exoskeletts verbunden?
- Vorteile: Guter mechanischer Schutz (starr), Vermindert Wasservlust; Nachteile: Wachstum begrenzt, Häutung notwendig
- Wie erfolgt die Häutung (Ecdysis)?
- Hormonell gesteuert löst sich die Procuticula von der Epdidermis, wo rasch einen neu Procuticula gebildet wird. In den Spalt werden Enzyme abgegeben, die die alte Endocuticula recyclen. Durch Wasseraufname wächst das Tier und die alte Exo- und Epicuticula werden abgesprengt (reißt an Sollbruchstellen). Danach härtet die Procuticula an der Oberfläche zu einer neuen Exocuticula.
- Welche Folgen hat die Auflösung der Coelome bei den Arthropoda?
- Es bildet sich ein Mixocoel mit Hämolymphe (Fusion primärer und sekundärer Leibeshöhle)
- Welche Entwicklungen haben vermutlich zum großen Erfolg der Arthropoden und insbesondere der Insekten beigetragen?
- Starke funktionale und morphologische Abwandlung der Extremitäten. Flugfähig. Oft rasche Generationsfolge und Coevolution mit Blütenpflanzen.
- Welche Form von Nervensystem besitzen die Arthropoden?
- Strickleiternervensystem
- Welche Augentypen gibt es bei den Arthropoden, wo sind sie verbreitet und worin unterscheiden sie sich?
- Facettenaugen (Appositionsauge bzw. Superpositionsauge) und Medianauge. Die Medianaugen sind bei den Araneae Hauptaugen, bei den Crustaceen Nauplius-Augen und bei den Insekten Ocellen. Das Facettenaugen dient den Insekten zum Bildersehen, die Ocellen für Helligkeitswahrnehmung.
- Was sind Trichobothrien, Spaltsinnesorgane und das Tympanalorgan?
- In dies sind Sinnesorgane der unterschiedlichen Arthropodengruppen zur Wahrnehmung von Vibrationen/Schall
- Wie erfolgt der Sauerstoff-Transport bei Insekten?
- Via Tracheen. Cutinisiertes Röhrensystem das Atemgase direkt zu den Zellen hin- und wegführt.
- Wie erfolgt der Nährstoff-Transport bei Insekten?
- Via Hämolymphe
- Erklären Sie die Funktionsweise des Arthropoden-Herzens.
- Das Arthropoden-Herz ist funktionell mit einer Saugpumpe vergleichbar. Ventilklappen verhindern ein Zurückfließen der Haemolymphe. Bei der Kontraktion schließen elastische Bänder die Ostien, bei der Erschlaffung sind die Ostien offen und Hämolymphe strömt nach
- Beschreiben Sie den Aufbau des Tracheen-Systems.
- Cutinisiertes Röhrensystem das Atemgase direkt zu den Zellen hin- und wegführt. Über Stigmata treten die Gase in das Röhrensystem an der Körperoberfläche ein. Tracheolen (schmalste Hohlräume) dienen dem Gasaustausch zu den Zellen.
- Nennen Sie die Exkretionsorgane der Insekten und beschreiben Sie grob deren Funktionsweise.
- Malpighische Gefäße. Ausstülpungen, die zahlreich in den Verdauungstrakt zwischen Mitteldarm und Enddarm liegen. Aktiver Transport von Kalium und Harnsäure
- Was ist eine peritrophische Membran?
- Netz feiner Chitin-Fasern, das das schleimzellenfreie Darm-Epithel vor dem Darminhalt geschützt
- Welchen Furchungstyp weisen die Arthropoden bei ihrer Ontogenese auf?
- Superfizielle Furchung
- Was ist das Mixocoel und womit ist es gefüllt?
- Fusion der primären und sekundären (Coelom) Leibeshöhle. Ist mit Hämolymphe gefüllt.
- Was sind Fächerlungen und bei welcher Arthropoden-Gruppe treten sie auf?
- Fächerlunge bei Webspinnen ist eine Einstülpung des Ektoderms und besteht aus zahlreichen parallelen luftgefüllten Taschen, die sich in die Haemolymphe erstrecken und über einen Schlitz nach außen öffnen.
- Welche Anhänge findet man am Insekten-Kopf und wozu dienen sie?
- Antenne (Sinnesorgan, Johnstonses Organ, Erkennen von Vibration & Antennenbewegung), Mandibel (Mundwerkzeug), 1. Maxille (Mundwerkzeug), Maxille / Labium (Mundwerkzeug)
- Welche Hauptentwicklungswege vom Ei zum Adultus kennen Sie und worin unterscheiden sie sich?
- Ametabole Entwicklung (direkt, Jungtier unterscheide sich nur in Größe vom Adulten); Hemimetabole (Entwicklung über Nymphe), Holometabole (Ei > Larven-Stadien > Puppen-Stadium > Adultus)
- Was ist ein Stridulationsorgan?
- Cuticulaveränderungen (Riefen, Zähne) mit denen, durch Reibung an einem Gegenstück (Kante, Zapfen) Schall erzeugt werden kann. Etwa bei Ensifera.
Protisten
- Skizzieren Sie die Ultrastruktur eines Cilien/Flagellen-Schaftes und eines Basalkörpers und beschriften Sie die einzelnen Komponenten.
- Wichtig: Schaft 9×2+2-Struktur; Basalkörper aus 9 Mikrotubuli-Tripletts
- Wie kommt es zur Bewegung des Ciliums/Flagellums?
- Zyklisches Anheften, Abknicken und Ablösen der Dyneinarme (Ruderbewegung) auf einer Seite des Axonems
- In welche Phasen lässt sich der Cilien/Flagellen-Schlag unterteilen?
- Effektivschlag und Rückholbewegung
- Was versteht man unter Metachronie und Synchronie in Bezug auf Cilien-Felder?
- Schlagphase verschoben = Metachronie; Schlagphase gleich = Synchronie
- Ordnen Sie Trypanosoma systematisch ein?
- Stamm Euglenozoa
- Wozu dient der surface coat bei Trypanosoma?
- Schutz vor dem Immunsystem des Wirtes
- Ordnen Sie Plasmodium systematisch ein?
- Stamm Apicomplexa
- Beschreiben Sie den Lebenszyklus von Plasmodium, wobei Sie folgende Fragen beantworten: (i) wodurch werden die Fieberschübe ausgelöst? und (ii) Ist der Lebenszyklus heterophasisch, haplo-homophasisch oder diplo-homophasisch?
- Sporozoiten von Mücke zu Wirt -> Merozoiten -> Bildung von Gamonten -> Aufnahme der Gamonten in Mücke -> Zygote -> Sporozoiten ;Fieberschübe werden durch Überschwemmung des Blutes durch die Stoffwechselprodukte der Merozoiten verursacht ;Plasmodien haben somit einen haplo-homophasischen Generationswechsel (nur die Zygote ist diploid).
- Beschreiben Sie die amöboide Bewegung?
- Pseudopodien werden durch Auf- und Abbau von Aktinfilamenten gebildet. Die eigentliche Fortbewegung erfolgt dann im Zusammenspiel mit der Konsistenzändern des Cytoplasmas. Am Uroid geht gelartiges Ektoplasma in flüssig Endoplasma über und strömt zum Corticalbereich des Pseudopodiums, wo es in gelartiges Ektoplasma übergeht.
- Welche Gehäusetypen kann man bei den Testaceen unterscheiden?
- organische Schale (chitinös; Arcella), (ii) Xenosomen-Schalen (iii) Idiosomen-Schalen
- Die kontraktile Vakuole: (i) Wozu dient Sie?, (ii) Wie funktioniert sie?, (iii) Warum kommt sie bei Trypanosoma und Süßwasser-Algen mit einer Zellwand nicht vor?
- Dient zur Osmoregulation; Zuführende Kanäle nehme über feine Poren Wasser aus dem Cytoplasma auf und führen es zur Vakuole, Dort wird durch Kontraktion über eine nach aussenführende Pore das Wasser abgegeben;Eine Zellwand verhindert auch bei Wasseraufnahme ein Platzen der Zelle; Trypanosoma befinden sich in einem isosomotischen Milieu (Blut)
- Wodurch zeichnen sich die Pseudopodien der Actinopoda aus?
- Axopodien (Pseudopodien sind durch hochgeordnete Mikrotubuli versteift)
- Welche beiden Organismen-Gruppen der Actinopoda haben Sie kennen gelernt und worin unterscheiden sie sich?
- Radularia und Heliozoa; Radularia sind vor allem im Meer, Heliozoa im Süßwasser verbreitet. Bei Heliozoa keine Zentralkapsel (Trennung von Endo- und Ektoplasma)
- Was sind Extrusome und wozu dienen sie?
- Extrusome sind Ausschleuderorganelle am Zellcortex; Können unterschiedliche Funktionen erfüllen wie Beutefang (Haften, Gift) Feinabwehr (Spindeltrichocysten)
- Welche Merkmale charakterisieren die Ciliaten?
- Cilien, Zellcortex mit Alveolen, Kerndualismus, Konjugation
- Warum gehören die Ciliaten zu den Alveolata und welche weiteren Organismen aus dieser Gruppe haben Sie bereits kennen gelernt?
- Zellcortex mit Alveolen; Dinoflagellata und Apicomplexa
- Beschreiben Sie den Prozess der Nahrungsaufnahme, Verdauung und Ausscheidung.
- Nahrung wird über das Cytostom herangestrudel und gelangt in die Eintrittsvakuole, die sich abschnürt (Phagocytose). Es beginnt die Cyclose, wobei die Vakuole zur Gastriole wird. Mit Hilfe von Lysosomen werden Nahrungspartikel verdaut. Sind alle brauchbaren Stoffe gewonne, wird die Vakuole zu einem Exocytosevesikel, das über die Cytopyge nach außen abgegeben wird.
- Warum haben das Cytostom und der Cytoproct eine definierte Lage bei Ciliaten?
- Unter der Zellmembran liegt eine Schicht aus mit Protein- oder Polysaccharidplatten gefüllter Vesikel (Alveolen). Zusammen mit einem Mikrotubuli-Filament-Gerüst verleiht sie dem Cilliatenkörper Formkonstanz
- Was versteht man unter Konjugation?
- Spezieller Typ der Gamontogamie; Zwei Zellen komplementären Paarungstyps verschmelzen und tauschen haploide Geschlechtskerne aus
- Manche Ciliaten können die Schwerkraft mittels Statocysten wahrnehmen; woher kennen Sie dieses Prinzip bereits?
- Mollusken, Arthropoden
