VU Anatomie und Morphologie der Pflanzen, Prof. Schantl

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Inhaltsverzeichnis

Fragenkatalog

Alle im Skriptum befindlichen Abbildungen müssen erklärt werden können !!!

Allgemeine Fragen

  1. Was bedeuten die Begriffe „Fortpflanzung“ und „Vermehrung“?
    Fortpflanzung ist prinzipiell die Erzeugung eines Tochterorganismus (Erhaltung der Art). Meist ist hier aber die sexuelle Fortpflanzung gemeint
    Vermehrung ist gleichbedeutend mit einer Vervielfachung der Individuen. Diese kann asexuell (Klonierung) als auch sexuell erfolgen.
  2. Was versteht man unter dem Begriff „Sporen“ und nach welchen Unterscheidungskriterien kann man sie einteilen?
    Verbreitungseinheiten die entweder durch Mitose oder Meiose enstehen
  3. Was versteht man unter dem Begriff „Gameten“ und wo entstehen sie bei den einzelnen Pflanzengruppen?
    Sexuell differenzierte Keimzelle, entstehen durch Meiose; In der Regel haploid (Ausnahmen bei polyploide Pflanzen)
    Enstehen prinzipiell in den Gametangien: Moose, Farne und Bärlappgewächse (Antheridium und Archegonium), Nacktsamer (Antheridialzelle, Archegonium), Bedecktsamer (generative Zelle im Pollenkorn, Eiapparat)
  4. Unterschied: Spore - Gameten
    Gameten entstehen durch Mitose (haploid) und dienen der sexuellen Fortpflanzung, Sporen können durch Mitose als auch Meiose enstehen

Bryophyta - Pteridophyta

  1. Welche Gruppen von Moosen gibt es? Nennen Sie für jede Gruppe zwei wichtige Merkmale.
    Lebermoose (thallöse und foliose Formen, Ölkörper in den Zellen, Elateren)
    Laubmoose (immer foliose Formen mit Cauloid, Phylloid und Rhizoid, Kapsel mit Columella und Peristom)
  2. Erklären Sie den Generationswechsel der Moose.
    haploide Meiospore -> Protonema -> grüne Moospflanze (immer noch haploider Gametophyt!) -> Bildung von Archegonien und Antheridien -> Bildung der Gameten -> Befruchtung & Bildung der Zygote (Diploid)-> Embryo und Bildung des Sporangiums -> Meiose -> haploide Meiospore
  3. Was ist ein Protonema – wie ist es innerhalb des Generationswechsels der Moose einzuordnen - und woraus entsteht es?
    Das Protonema ist der Vorkeim der der grünen Moospflanze und ist dem haploiden Gametophytenstadium zuzuordnen. Es ensteht aus der haploiden Meiospore
  4. Welche Vorgänge spielen sich in einer Mooskapsel ab und mit welch allgemeinem Begriff können Sie eine Mooskapsel bezeichnen?
    Die Zellen in der Mooskapsel bzw. Sporenkapsel können als Sporangium bezeichnet werden, da in ihr die Meisporen (Meiose) gebildet werden. Mooskapsel + Seta = Sporophyt
  5. Aus welchen Teilen besteht eine Moospflanze? Welchen Generationen lassen sich diese zuordnen?
    Das eigentliche grüne (assimilierende) Moospflänzchen ist der Gametophyt (haploid) der sich in Rhizoid, Caulloid und Phylloid gliedert, der Sporophyt (diploid) besteht aus Seta und Sporenkapsel
  6. Worin besteht der Unterschied zwischen Archegon und Oogon und mit welchem allgemeinen Begriff kann man diese beiden Organe bezeichnen?
    Beides sind weibliche Gametangien. Oogonien sind einzellig, Archegonien mehrzellig
  7. Welche Vorrichtung für vegetative Vermehrung haben Sie bei Moosen kennen gelernt?
    Spezielle Brutkörper, aber auch aus einzelnen Bruchteilen ("Ästchen") können wieder vollständige Moospflänzchen heranwachsen
  8. Nennen Sie die wichtigsten Unterschiede zwischen Laub- und Lebermoosen.
    Lebermoose (thallöse und foliose Formen, Ölkörper in den Zellen, Elateren)
    Laubmoose (immer foliose Formen mit Cauloid, Phylloid und Rhizoid, Kapsel mit Columella und Peristom)
  9. Wie und wo werden Moossporen gebildet? Warum werden diese hauptsächlich bei trockenem Wetter freigesetzt? Welche Vorrichtungen bewirken das?
    In der Sporenkapsel (Sporangium) führt die Sporenmutterzelle die Meiose durch und bildet die haploiden Sporen. Sporen werden durch den Wind verbreitet, bei trockenem Wetter können weitere Strecken zurückgelegt werden. Elateren und Peristom reagieren auf trockenes Wetter
  10. Durch welche Einrichtungen sind Moose im Gegensatz zu Algen an das Landleben angepasst?
    Geschlechtszellen (Gameten) in sterilen Hüllen (Gametangien); Cuticula als Verdunstungsschutz (am Sporophyt); Anhangsorgane zur Befestigung im Boden, Nährsalzaufnahme und Photosynthese (etwa Rhizoid, Cauloid und Phylloid bei Laubmoosen); einfache Leitbündel für den Wassertransport; Spaltöffnungen (am Sporophyt)
  11. Vergleichen Sie den Generationswechsel der Farne mit dem der Moose.
    Bei den Moosen ist die dominate Generation der haploide Gametophyt (das grüne Moospflänzchen), bei den Farnen ist die dominante Generation der diploide Sporophyt
  12. Wie ist der Sporophyt der Farne gegliedert und welche Stellung nimmt er im Generationswechsel ein?
    Sporophyt ist erstmals ein echter Kormophyt d.h. gliedert sich in Wurzel, Spross und Blatt. Der Sporophyt ist die dominante Generation
  13. Der Lebenszyklus der Pteridophyta.
    Prinzipiell muss zwischen isosporen und heterosporen Pteridophyta unterschieden werden
    isospor: Prothallium (eigentlicher Gametophyt) -> Bildung von Antheridien & Archegonien -> Spermatozoid & Eizelle -> Zygote -> Embryo -> grüne Farnpflanze (eigentlicher Sporophyt) -> Sporophyll -> Sporangium -> Sporenmutterzelle (Meiose) -> Spore -> Prothallium
    heterospor: rückgebildete Mega- und Mirkoprothallien (eigentlicher Gametophyt) -> Bildung von Antheridien (Mikroprothallium) & Archegonien (Megaprothallium) -> Spermatozoid & Eizelle -> Zygote -> Embryo -> grüne Farnpflanze (eigentlicher Sporophyt) -> Mikro- und Megasporophyll -> Mikro- und Megasporangium -> Mikro- und Megasporenmutterzelle (Meiose) -> Mikro- und Megaspore -> rückgebildete Mega- und Mirkoprothallien
  14. Der Lebenszyklus von Selaginella – worin liegen die Unterschiede gegenüber den in der LV besprochenen anderen Pteridophyta?
    Moosfarne (Selaginellales) sind heterospor ; Mega- und Mikrosporangien auf einer Pflanze; jeweils in der Blattachseln
    heterospor: rückgebildete Mega- und Mirkoprothallien (eigentlicher Gametophyt) -> Bildung von Antheridien (Mikroprothallium) & Archegonien (Megaprothallium) -> Spermatozoid & Eizelle -> Zygote -> Embryo -> grüne Farnpflanze (eigentlicher Sporophyt) -> Mikro- und Megasporophyll -> Mikro- und Megasporangium -> Mikro- und Megasporenmutterzelle (Meiose) -> Mikro- und Megaspore -> rückgebildete Mega- und Mirkoprothallien
  15. Welche Bedeutung hat die Heterosporie im Pflanzenreich und bei welchen Pflanzengruppen kommt sie vor?
    Basis für die Fremdbestäubung (Diözie). Gametophyten verbleiben in den Sporen. Weibliche Megasporen mit Reservenstoffen ausgestattet. Anzahl der Megasporen wird zusehends verringert (bis 1). Kleinere Mikrosporen werden in großer Zahl produziert (Bestäubung (Wind!)) -> höhere Evolutionsgeschwindkeit
  16. Was ist ein Sorus und wie ist er aufgebaut?
    Gruppe von Sporangien, oft an der Unterseite eines Farnwedels (bzw. Fiedern). Struktur artspezifisch: Bei Dryopteris filix-mas nierenförmig und von einem Indusium umgeben. Im inneren sitzen an der Plazenta die Sporangien.
  17. Der Öffnungsmechanismus eines Farnsporangiums.
    Charakteristische Annuluszellen sind mit Wasser gefüllt und nur innen sowie radial verdickt. Bei Austrocknung kann nur die äußere Wand nachgeben und es entsteht ein tangentialer Zug. Das Sprangium reißt am Stomium auf, die Sporen haften noch an der Zellwand. Wasser wird aus den Annuluszellen verdrängt und der tangentiale Druck lässt nach. Die Wand mit den Annuluszellen schnellt zurück und schleudert die Sporen davon.
  18. Vergleichen sie die Sporophylle von Equisetum sp., Selaginella sp. u. Dryopteris sp..
    Equisetum sp.: Sporophyll tischchenförmig (nicht grün), Sporangien sitzen an der Unterseite des "Tischchens"; Selaginella: Sporophyll assimilierendes Blatt (grün), Jeweils ein Sporangium in den Blattachseln, differenziert in Mega- und Mikrosporangien; Dryopteris: Sporophyll assimilierendes Blatt (grün), Sori (Gruppen von Sporangien) sitzen an der Unterseite, nierenförmig, vom Indusium umhüllt.
  19. Welche Funktionen können Blätter bei Farnen haben?
    Assimilation und Fortpflanzung (Träger der Sporangien) = Sporotrophophyll
  20. Wesentliche Unterschiede zwischen Moosen und Farnpflanzen?
    Moose: grüne Pflanze ist der haploide Gametophyt, Sporophyt wird vom Gametophyten ernährt, keine echten Leitbündel (wenig leistungsfähig)
    Farne: grüne Pflanze ist der diploide Sporophyt, echte Kormophyten (Wurzel, Spross, Blatt), echte ausgebildete, lignifizierte Leitbündel, Cutinisierung und Spaltöffnungen, Sporophyt ernährt sich selbst
  21. Welche wichtigen Entwicklungsschritte liegen zwischen Moosen und Farnpflanzen und zwischen Farnpflanzen und Samenpflanzen?
    Es erfolgt eine immer stärkere Anpassung an das Landleben: Reduktion des Gametophyten zugunsten des Sporophyten; Ausgeprägte Heterosporie; Befruchtung schließlich unabhängig vom Wasser; Bei den Samenpflanzen schließlich ein schützendes Integument (Später Testa des Samen)
  22. Sind die Blättchen von foliosen Moosen und die Blätter von Farnpflanzen homolog? Begründen Sie Ihre Entscheidung.
    Nein, die assimilierenden Pflanzen betreffen unterschiedliche Generationen. Moospflanze ist der haploide Gametophyt, Farnpflanze der diploide Sporophyt

Gymnospermen - Angiospermen

  1. Wie entwickeln sich die männlichen Gametophyten bei Gymnospermen und Angiospermen – wo liegen die Unterschiede?
    Bei beiden entwickelt sich aus dem einzelligen Pollenkorn durch Teilung das mehrzellige Pollenkorn (=männlicher Gametophyt)
    Unterschiede: Angiospermen Gametophyt auf 3 Zellen reduziert (Pollenschlauch, 2 Spermazellen); Gymnospermen-Gametophyt mit 6 Zellen (zwei Prothalliumzellen, Pollenschlauchzelle, Stielzelle, 2 Spermazellen)
  2. Wie entwickeln sich die weiblichen Gametophyten bei Gymnospermen und Angiospermen – wo liegen die Unterschiede?
    Bei beiden entwickelt sich aus der Megaspore durch Teilung ein mehrzelliges Gebilde
    Unterschiede: Bei Angiospermen in der Regel nur mehr 8 Zellen (Eizelle, 2 Synergiden, 3 Antipoden, 2 Polkerne (Verschmelzen zum sek. Embryosack))
    Bei Gymnospermen: Es können Gametophyten mit bis zu einigen tausend Zellen entstehen. Es werden Archegonien in unterschiedlicher Anzahl gebildet.
  3. Welche Weiterentwicklungen zeigt der Sporophyt der Gymnospermae gegenüber dem der Farne.
    differenziertere Gewebe: Sekretions-, Assimilationsgewebe, differenziertere Gefäße, chloroplastenfreie Epidermis, dickere Cuticula
    Meristeme und nicht mehr Scheitelzellen
    interkalares Wachstum (Farne: Spitzenwachstum)
    Knospen sitzen immer oberhalb der Blätter= axilläre Verzweigung (Farne: phyllomkonjunkte Verzweigung)
    bipolarer Embryo, d.h. je ein Wurzel- und ein Sprosspol
    durch bipolaren Embryo kommt es zu allorrhizer Bewurzelung (Farne: homorrhiz)
    Verbreitungseinheit ist der Samen (Farne: Spore)
  4. Wie ist eine Samenanlage gebaut (mit Skizze) und was entwickelt sich aus ihr.
    Bild:Samenanlage.gif
    Nach der Befruchtung entwickelt sich daraus der Same (Fruchtreife) mit Testa (aus Integument), Embryo und Nährgewebe
  5. Blatttypen und Blattfunktionen bei Gymnospermen und Angiospermen – welche Typen wurden in der LV bearbeitet?
    Keimblätter (Cotyledonen) : Stellen gespeicherte Nährstoffe zur Verfügung
    Laubblätter : Assimilation
    Blütenhüllblätter (Kelch- und Kronblätter): Fortpflanzung - Schauapparat - Anlocken von Bestäubern
    Staubblätter/Mikrosporophylle: Fortpflanzung - tragen die Mikrosporangien (Pollensäcke)
    Fruchtblätter : Fortpflanzung - bilden Fruchtknoten - enthalten Samenanlangen
  6. Wie bezeichnet man folgende Begriffe bei den Spermatophyta: Mikrospore, Megaspore, Mikrosporangium, Megasporangium, Mikrosporophyll, Megasporophyll.
    Mikrospore= einkerniges Pollenkorn
    Megaspore= Embryosackzelle
    Mikrosporangium= Pollensack
    Megasprangium= Nucellus
    Mikrosporophyll= Staubblatt
    Megasporophyll= Megasporophyll (~Samenschuppe bzw. Kurztrieb) bei Gymnospermen; Fruchtblatt bei Angiospermen
  7. Was entsteht aus den Mikrosporen der besprochenen Pflanzengruppen?
    Spermatophyta: das einzellige Pollenkorn (Mikrospore) entwickelt sich noch im Pollensack zum mehrzelligen Pollenkorn (männlicher Gametophyt).
    Heterospore Pteridophyta: Es entwickelt sich ein reduziertes Mikroprothallium (männlicher Gametophyt)
  8. Bestäubung und Befruchtung bei Gymnospermen und Angiospermen im Vergleich.
    Bestäubung: Gymnospermen werden durchwegs durch den Wind bestäubt. Das Pollenkorn gelangt so auf den Pollinationstropfen der Mikropyle; Bei Angiospermen kann der Pollen via Wind, Wasser oder Tiere auf die Narbe gelangen
    Befruchtung: Bei Angiospermen und Coniferopsida transportiert der Pollenschlauch die Spermazellen zu den Eizellen. Bei Cycadopsida und Ginko sind die Spermazellen beweglich und schwimmen zu den Archegonien. Bei den Coniferopsida gelangt nur eine Spermazelle zur Befruchtung, bei den Angiospermen befruchtet eine Spermazelle die Eizelle, die andere den sekundären Embryosackkern (=triploides Endosperm)
  9. Wie ist eine ursprüngliche Angiospermen-Blüte aufgebaut und welche haben sie in den UE gesehen (mit Skizze)? Welche Blütenmerkmale kennzeichnen abgeleitete Blüten?
    zahlreiche Staub- und Fruchtblättern stehen schraubig angeordnet an einer langgestreckten Blütenachse (etwa bei der Gattung Magnolia). Bei abgeleiteten Blüten verkürzt sich die Blütenachse (Kurzspross) wobei die einzelnen Blätter dann in Wirteln stehen.
  10. Sind Angiospermae heterospore Pflanzen ? Begründen Sie Ihre Antwort.
    Ja, Mikro- und Makrosporen unterscheidlichen deutlich in Größe und Aufbau. Mikrosporen (einkerniges Pollenkorn) Makrospore (einkerniger Embryosack)
  11. Nennen Sie 4 wichtige Unterschiede zwischen Gymno- und Angiospermen.
    Die Samenanlagen sind nun in einen Fruchtknoten eingeschlossen
    Bei vielen Angiospermen werden zwei Integumente ausgebildet
    Bei Angiospermen doppelte Befruchtung → Zygote und triploides (sekundäres) Endosperm.
    Der männliche Gametophyt ist auf nur noch drei Zellen reduziert
  12. Wie ist ein Rizinus-Keimling aufgebaut (mit Skizze). Welchen Keimungstyp repräsentiert er und wie unterscheiden sich die in der LV besprochenen beiden Keimungstypen?
    Epigäische (oberirdische) Keimung = Das Hypocotyl streckt sich und hebt die Cotyledonen mit in die Höhe, die sich dann rasch entwickeln. Die Keimblätter assimilieren und versorgen die Pflanze am Anfang. Sie leben aber nur kurz. Der Rizinuskeimling repräsentiert die epigäische Keimung.
    Hypogäische (unterirdische) Keimung= Das Hypocotyl bleibt sehr kurz, die Cotyledonen bleiben lange im Samen und entwickeln sich dann am oder sehr nahe am Boden. Es sind Speichercotyledonen, die die Pflanze beim ersten Wachstumsschub mit Nährstoffen versorgt (z.B. Erbsen, Bohnen).
  13. Erklären Sie den Unterschied zwischen Same und Frucht.
    Samen = Verbreitungseinheit der Spermatophyta, bestehend aus Embryo und Nährgewebe, umhüllt von einer Samenschale (Testa).
    Frucht = ist die Blüte im Zustand der Samenreife. An der Bildung der Frucht können unterschiedliche Teile Beteiligt sein (Fruchtblatt, Blütenhülle, Blütenboden,..) . Nur Angiospermen bilden Früchte.
  14. Worin besteht der Unterschied zwischen primärem und sekundärem Endosperm und wo kommt es vor, bzw. wie entsteht es?
    Bei den Gymnospermae entwickelt sich das Endosperm aus dem weiblichen Gametophyten (haploid, primäres Endosperm). Bei den meisten Angiospermen entsteht durch Befruchtung der beiden (zuvor fusionierten) Polkerne im Embryosack das triploide sekundäre Endosperm. Das sekundäre Endosperm entsteht nur bei einer erfolgreichen Befruchtung.
  15. Wie kann die Blütenhülle bei Angiospermen gestaltet sein?
    Perianth= doppelte Blütenhülle, welche in Kelch und Krone gegliedert ist
    Perigon = die Blütenhüllblätter sind gleichgestaltig. Kron- und Kelchblätter können nicht unterschieden werden
  16. Was versteht man unter doppelter Befruchtung und warum ist sie ein Vorteil?
    Bei den Angiospermen befruchtet eine Spermazelle die Eizelle (->Zygote), die zweite befruchtet die beiden (zuvor fusionierten) Polkerne im Embryosack wodurch das triploide sekundäre Endosperm entsteht. Das Endosperm entsteht, im Gegensatz zu den Nacktsamern, nur bei einer erfolgreichen Befruchtung, was bezüglich der benötigen Energie für den Aufbau günstiger ist.
  17. Wie bezeichnet man den einkernigen Embryosack mit einem allgem. Begriff und was entsteht aus ihm.
    Megaspore. Aus ihr entwickelt sich mehrzelligen Embryosack (der weibliche Gametophyt)
  18. Wie sind die Gametophyten der Moose, Farne, Gymno- und Angiospermae gebaut? Welcher Trend lässt sich erkennen und warum ist dieser Trend aus evolutiver Sicht gesehen sinnvoll?
    Im Laufe der Evolution wird der Gametophyt in Größe und Lebensdauer reduziert
    Moose: Der Gametophyt ist die grüne, assimilierende Pflanze
    Farne: Der Gametophyt ist das thallöse, kurzlebige Prothallium
    Gymno- und Angiospermae: Der männliche Gametophyt ist das mehrzellige Pollenkorn (verlässt das Pollenkorn nicht mehr); Der weibliche Gametophyt ist mehrkernige Embryosack;
  19. Welche Voraussetzungen mussten im Laufe der Entwicklungsgeschichte geschaffen werden, damit Pflanzen das „Land“ erobern konnten. 1) Ihre Fortpflanzung betreffend. 2) Ihren Vegetationskörper betreffend.
    1) Schutz der Gameten (etwa sind Gametangien aus einer Schicht schützender, steriler Zellen umgeben); Entwicklung hin zu einer wasserunabhängigen Befruchtung
    2) Anhangsorgane für Befestigung im Boden, zur Aufnahme von Wasser und Nährsalzen und zur Photosynthese; Konrolle der Verdunstung (Cuticula, Stomata); Gewebe für den Wasserstransport (Leitbündel, ..); Stabilisierung für Größenwachstum (Fehlender Auftrieb!) -> Lignifizierung
  20. Sie haben in den UE mehrere Pflanzengruppen kennen gelernt, bei denen eine Generation nicht selbständig leben kann und von einer anderen ernährt wird. Nennen Sie 3 Beispiele (welche Generation ist von welcher abhängig, mit Skizze der ernährten Generation).
    Moose: Sporophyt (Kapsel mit Seta) wird vom Gametophyt ernährt;
    Gymnpspermen: Sporophyt ernährt den Gametophyt
    Angiospermen: Sporophyt ernährt den extrem reduzierten Gametophyt

Tabellen

Ergänzen Sie die folgende Tabelle. Falls es für ein Stadium in einer oder mehreren der anderen Pflanzengruppen kein entsprechendes gibt, setzen Sie bitte einen Strich als Leerzeichen ein. In einer Zeile stehen die jeweils homologen Begriffe – vergleiche Tabelle im Skriptum! (Schwarz = Angabe; Rot = Lösung) (Achtung: Tabelle im Strasburger 26. Aufl stimmt nicht mehr mit dem Skriptum überein)

Übergeord Begriffe Moose Heterospore Farnpfl. Gymnospermen Angiospermen
weibl.Gametangium Archegonium Archegonium Archegonium Eiapparat
Gametophyt Moospflanze Mikroprothallium mehrzelliges Pollenkorn mehrzelliges Pollenkorn
Sporen-Mutterzelle Sporen-Mutterzelle Megasporenmutterzelle Embryosackmutterzelle Embryosackmutterzelle
Mikrosporophyll - Mikrosporophyll Staubblatt Staubblatt
Megasporangium Megasporangium Megasporangium Nucellus Nucellus
männl. Gamet Spermium Spermium SpermiumSpermazelle

Komplette Tabelle

Übergeord Begriffe Moose Heterospore Farnpfl. Gymnospermen Angiospermen
Meiospore Sporen Mikro- / Megaspore Pollenkorn (einzellig) / Megaspore Pollenkorn (einzellig) / Embryosackzelle
Sporen-Mutterzelle Sporen-Mutterzelle Mikro-/Megasporenmutterzelle Pollen- /Embryosackmutterzelle Pollen- /Embryosackmutterzelle
Sporangium Sporangium Mikro-/Megasporangium Pollensack / Nucellus Pollensack / Nucellus
Sporophyll - Mikro- / Megasporophyll Staubblatt / Megasporophyll Staubblatt / Fruchtblatt
Gameten Spermium / Eizelle Spermium / Eizelle Spermium/Spermazelle / Eizelle Spermazelle / Eizelle
Gametangium Antheridium / Archegonium Antheridium / Archegonium Antheridialzelle / Archegonium generative Zelle / Eiapparat
Gametophyt Moospflanze Mikro- / Megaprothallium Embryosack / Megaprothallium / mehrzelliges Pollenkorn mehrzelliges Pollenkorn / Embryosack

Alte Prüfungsfragen

01.07.2003

  1. Tabelle
  2. Was versteht man unter dem Begriff Gameten und welche Gameten werden bei den besprochenen Pflanzengruppen wo gebildet? Beschreiben Sie die entsprechenden Organe - mit genau beschrifteten Zeichnungen.
  3. Erklären Sie den Unterschied zwischen Same und Frucht. Welche Pflanzenteile sind an der Fruchtbildung beteiligt?
  4. Bearbeiten Sie die ausgeteilte Pflanze. Zu welcher Gruppe von Pflanzen gehört sie und wie bezeichnen sie dieses Gebilde.

21.10.2003

  1. Same und Frucht
    1. Worin besteht der Unterschied zwischen Samen und Frucht?
    2. Bei welcher großen Pflanzengruppe werden Früchte gebildet und nur bei dieser?
    3. Worin besteht der Unterschied zwischen den Samen der Angiospermen und denen der Gymnospermen?
  2. Wesentliche Unterschiede zwischen Moosen und Farnpflanzen
  3. Durch welche Entwicklung wurden Angiospermen bezüglich Befruchtung vom Wasser vollkommen unabhängig und worin besteht der Unterschied zwischen Bestäubung und Befruchtung?
  4. Bearbeiten Sie den ausgeteilten Farn. Aus welchen Teilen besteht die gesamte Pflanze? Zeichnen Sie bitte ein Sporangium im Detail und erklären Sie den Öffnungsmechanismus.

01.07.2003

  1. Welche Bedeutung hat die Heterosporie im Pflanzenreich und bei welchen Pflanzegruppen kommt sie vor. Wie bezeichnet man die Gebildet in denen die Megasporen bzw. Mikrosporen bei den diversen Pflanzengruppen gebildet werden?
  2. Worin besteht der Unterschied zwischen primärem und sekundärem Endosperm, wo kommt jedes der beiden vor und wie entsteht es?
  3. Wie ist eine Samenanlage gebaut und was entwickelt sich aus ihr?
  4. Bearbeiten Sie den ausgeteilten Farn. Aus welchen Teilen besteht die gesamte Pflanze? Zeichnen Sie bitte ein Sporangium im Detail und erklären Sie den Öffnungsmechanismus.
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